Präsident Tappeser fordert neuen Solidarpakt für den Sport

Kultusministerin Schick: „Sie haben eine neue Freundin des Sports gewonnen“

Der WLSB will den neuen Solidarpakt mit einem Teuerungsaufschlag von 7,8 Millionen Euro noch vor der Landtagswahl im kommenden Jahr. Diese Forderung richtete Präsident Klaus Tappeser beim Landessportbundtag am 8. Mai in Weingarten an alle Fraktionen des baden-württembergischen Landtags. Vor 300 Delegierten aus Vereinen, Sportkreisen und Mitgliedsverbänden machte er deutlich, dass die Sportvereine mit gestiegenen Kosten und schwierigen Aufgaben nicht alleine gelassen werden dürfen: „Die Vereine brauchen finanzielle Unterstützung und Spielräume haben wir schon lange nicht mehr.“

Schwerpunktthema des 27. Landessportbundtages war die Kooperationsfähigkeit der Sportvereine. In vier Foren wurden vorbildliche Kooperationen mit Schulen, Kommunen, Wirtschaftsunternehmen und zwischen mehreren Vereinen vorgestellt und diskutiert. Dabei zeigten sich die enorme Vielfalt der Vereinsarbeit und die Kreativität an der Basis des Sports. „Vereine sind kompetent und kompatibel“, urteilte Tappeser über die vorgestellten Kooperationsprojekte. Integration, Gesundheits- und Betriebssport sowie Beteiligung des Sports an der schulischen Ganztagesbetreuung sind wichtige aktuelle Handlungsfelder der WLSB-Vereine.

Lob gab’s von der neuen Kultusministerin Marion Schick, die in Weingarten den ersten großen Auftritt im Sport hatte: „Sport und Schule sind vielfältig miteinander verknüpft. Ob Jugend trainiert für Olympia oder das Programm Schulsportmentoren, diese Verknüp-fungen gehen weit über den Unterricht hinaus. Durch flächendeckende Kooperationen zwischen Sportvereinen und Schulen werden Spiel-, Übungs- und Trainingsgruppen in den verschiedensten Sportarten gefördert. Dies ist von großer Bedeutung für die Bildung der Kinder, denn eine ganzheitliche Bildung ist nur mit Sport denkbar. Der Württembergische Landessportbund engagiert sich hier seit Jahren auf eindrucksvolle Art und Weise.“

Sport habe eine herausragende Funktion bei der Bildung von jungen Menschen und Bewegung sei der beste Motivator und Bildung ohne Sport undenkbar, so Marion Schick in Weingarten. Sie zeigte sich von der Sportlandschaft und ihrer Vielfalt beeindruckt. „Sie haben eine neue Freundin des Sports gewonnen“, sagte die Ministerin für Kultus, Jugend und Sport. Gleichwohl dämpfte sie die Forderungen nach mehr Geld für den Sport. Sie könne heute kein Geld versprechen, aber sie werde für die Forderungen kämpfen und die guten Argumente aus Weingarten an den Kabinettstisch mitnehmen.

Bei der Delegiertenversammlung standen wieder die Zahlen im Mittelpunkt: WLSB-Vizepräsident Roland Albrecht musste berichten, dass der Haushalt kaum mehr ausgeglichen werden kann. „Wenn sich die Sportförderung nicht nachhaltig verbessert, werden wir riesige Probleme bekommen“, warnte der WLSB-Finanzchef. Das Haushaltsvolumen des WLSB beträgt 37 Millionen Euro, wobei ein Großteil der Mittel als durchlaufende Landesförderung für Vereine und Verbände gewährt wird. Immer kleiner werde die sogenannte „institutionelle Förderung“, die für die Verwaltung der Sportorganisationen vor-gesehen ist.

„Wir brauchen den Solidarpakt 2 noch vor der Landtagswahl“, sagte WLSB-Präsident Tappeser aufgrund dieser prekären Finanzsituation. Damit könnte eine Verbesserung der Sportförderung für das Jahr 2012 angepeilt werden.
 
Personelle Veränderungen
Der Vorsitzende des Sportkreises Reutlingen, Karl-Heinz Walter, wurde vom Landessportbundtag als Nachfolger von Anna-Maria Burges (Sportkreis Esslingen) in den WLSB-Vorstand gewählt. Ebenso stimmte die Delegiertenversammlung für Michael Skorzak (Präsident des Württembergischen Schwimmverbands), Martin Walter (Volleyball-Landesverband Württemberg) und Ulrich Lange (Württembergischer Tennisbund) als Nachfolger der drei ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Andreas Felchle, Paul Ulbrich und Günter Riemer. Kassenprüfer sind neben Willy Göhring fortan Uwe Gärtner (Württembergischer Tennisbund) und Hans-Peter Kluf (Sportkreis Reutlingen).
 


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