Trotz Corona: Für das Schuljahr 2020/2021 sind mehr als 2500 Kooperationen zwischen Schulen und württembergischen Sportvereinen geplant – fast so viele wie im Vorjahr. Das geht aus aktuellen Zahlen des Programms „Schule-Verein“ des WLSB hervor. Dabei sind über 90 Prozent der Förderanträge für klassenstufenübergreifende Sportangebote in den Schulen gestellt worden. Doch genau solche klassenstufenübergreifenden Aktivitäten hat das Kultusministerium in seinem Corona-Konzept für das kommende Schuljahr weitestgehend untersagt.

„Derzeit ist fraglich, ob und wie die Angebote der Vereine in der Praxis tatsächlich umgesetzt werden können. Schließlich braucht es gerade in Team-Sportarten eine ausreichende Zahl von Spielern, um ein sinnvolles Übungsangebot überhaupt durchführen zu können“, sagt WLSB-Präsident Andreas Felchle. Er fürchte daher, dass ein beträchtlicher Teil der Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen gar nicht wird stattfinden können. Denn ein Aufteilen von Angeboten für mehrere Jahrgangsstufen dürfte sowohl an den personellen Ressourcen der Vereine als auch an der Verfügbarkeit von Räumen in den Schulen scheitern.

Infektionsketten durch feste Gruppen nachvollziehbar

Neben den Auswirkungen auf die Sportvereine geht es dem WLSB-Präsident auch um die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler. Die durch Studien belegten seelischen und körperlichen Belastungen der Pandemie auf Kinder und Jugendliche dürften auch mit dem massiven Bewegungsmangel zu tun haben. „Deshalb brauchen unsere Kinder und Jugendlichen gerade jetzt so viel Sport und Bewegung, wie es verantwortungsvolles Handeln zulässt“, fordert Andreas Felchle und weist auf Widersprüche zwischen den Regeln für den Vereinssport und jenen für die Schulen hin.

„Seit Wochen ist in Sportvereinen altersgemischtes Training in so gut wie allen Sportarten wieder möglich. Warum sollte das bei den schulischen Kooperationsangeboten der Sportvereine nicht auch gehen? Schließlich werden diese seit jeher in festen Gruppen durchgeführt, wodurch sich mögliche Infektionsketten nachvollziehen lassen“, erklärt Felchle. Gerne sei man dazu bereit, gemeinsam mit dem Kultusministerium zügig geeignete Rahmenbedingungen für das kommende Schuljahr zu erarbeiten.

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