Beim 29. Ordentlichen Landessportbundtag am vergangenen Samstag in Schwäbisch Gmünd setzte WLSB-Präsident Klaus Tappeser vor den 250 Delegierten ein starkes Signal und versprach: „Mit diesem Landessportbundtag soll ein intensives Nachdenken beginnen, wie unsere Vereine in der Zukunft aussehen.“ Auch Kultusminister Andreas Stoch machte deutlich: „Wer Sportvereine stärkt, stärkt die Gesellschaft", und damit traf er genau das Motto des Landessportbundtags: „Starke Vereine gestalten Zukunft!“

tappeser lsb tag

Dazu gehört zum Beispiel die Beteiligung an der Ganztagsschule. Darin herrschte Einigkeit zwischen Politik und Sport an diesem Tag, insbesondere über die Anfang April abgeschlossene Rahmenvereinbarung zwischen Ministerium und Sport. „Mit dieser Rahmenvereinbarung ist uns ein großer Wurf gelungen, dieses Werk wird beispielhaft für andere Bereiche werden", sagte Stoch. Zudem merkte der Kultusminister an, Sport, Spiel und Bewegung seien ein zwingender Bestandteil an Ganztagsschulen und ermutigte die Sportvereine, die Chance der Rahmenvereinbarung zu nutzen, um sich an den Schulen zu engagieren.

Den Überlegungen der Bundesregierungen, „Jugend trainiert für Olympia“ abzuschaffen, steht Andreas Stoch kritisch gegenüber: „Das ist ein falsche Zeichen, zur falschen Zeit“, er versicherte, die Länder werden sich dafür einsetzen, dass der Bund die Zuschüsse für die Jugendspiele nicht streicht.


Breiter Konsens bei der Beitragserhöhung

landessportbundtag delegiertenversammlungBei der Delegiertenversammlung am Nachmittag wurde mit sehr großer Mehrheit eine Beitragserhöhung von 10 Prozentbeschlossen. Klaus Tappesser machte deutlich, dass diese moderate Erhöhung nach zehn Jahren nicht nur angemessen, sondern auch notwendig ist:„ Der WLSB möchte auch in Zukunft seine Fachverbände und Sportkreise sowie seine Sportvereine als Dienstleister mit Tatkraft und Knowhow unterstützen können“, zudem müsse man die Inflationsrate von zwei Prozent ausgleichen. Der Beschluss sieht eine Erhöhung der Erwachsenen-Beiträge von 4,45 Euro auf 4,90 Euro und der Kinderbeiträge von 2,00 Euro auf 2,20 Euro vor. Der Sockelbeitrag von 100 Euro pro Verein bleibt unverändert. 76 Prozent der gesamten Beitragssumme fließen zurück an die Fachverbände, 6,5 Prozent gehen an die Sportkreise und nur der Rest steht dem WLSB zur Verfügung.


WLSB-Präsident fordert mehr Geld für den Sportstättenbau

Kritische Stimmen gab es beim Landessportbundtag zur Situation im Sportstättenbau. Zwar ist die finanzielle Förderung des Sports durch den Solidarpakt bis 2016 gesichert, doch der Antragstau im Sportstättenbau ist weiter groß. „In den 1960er und 1970er Jahren wurden Milliarden durch den Goldenen Plan in den Sportstättenbau investiert", erläuterte Tappeser, „diese Sportanlagen sind nun in die Jahre gekommen.“ Dies bedeutet, sie müssen renoviert und saniert werden – vor allem, um Energie zu sparen. „Der Sport will auch an der Energiewende mitwirken“, sagte Tappeser.

Doch die zwölf Millionen, die es jeweils für den kommunalen wie den Vereinssportstättenbau jährlich vom Land gibt, sind zu wenig. „Wir schieben einen Antragsstau von vier Jahren vor uns her", sagte der WLSB-Präsident in Schwäbisch Gmünd und forderte Verbesserungen. Minister Stoch signalisierte Verständnis: „Wir müssen die Grundlage schaffen, um im Anschluss an den laufenden Solidarpakt wieder eine langfristige und tragfähige Vereinbarung zu schaffen.“

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