Der Württembergische Landessportbund trauert um Dr. Hans Schaible. Der Rechtsanwalt aus Stuttgart-Feuerbach starb 91-jährig am 30. Dezember 2015. Von 1975 bis 1982 war er Vorsitzender des WLSB-Bundesvorstandes. „Dr. Schaible hat während seiner Zeit als Bundesvorsitzender das Profil des WLSB maßgeblich in vielen Feldern geprägt, vor allem hat er ihn zum Dienstleister für seine Vereine ausgebaut", lobt WLSB-Präsident Klaus Tappeser seinen Vorgänger.

Gleich bei seinem ersten Landessportbundtag als Vorsitzender 1979 setzte der versierte Rhetoriker ein deutliches sportpolitisches Signal. In Arbeitskreisen wurden die „Fellbacher Thesen" erarbeitet. Schwerpunkt darin war die Entwicklung des Schulsports. Der WLSB stellte die Forderung auf, dass die Schüler im Sportunterricht eine breit angelegte Grundausbildung erhalten sollen, und zwar erteilt von entsprechenden Fachkräften. Darüber hinaus sollten Schulen und Sportvereine gemeinsam Spiel- und Sportnachmittage anbieten. Der Beginn des Förderprogramms „Schule und Sport".

Schon als Vorsitzender des Württembergischen Fußballverbandes hatte Hans Schaible das „Haus Waltersbühl" in Wangen/Allgäu von einem Freizeitheim zu seiner Bildungsstätte umgewandelt. Dieses Haus nutzte er dann für Seminare für große wie für kleine Vereine. „Zum einen wollte ich den Kontakt zu den Vereinen intensivieren und hören, welche Schwierigkeiten sie haben", sagte der Jurist, „dabei wollte ich auch bei der Lösung helfen. Ich habe Seminare über Sport und Gesundheit, Steuerprobleme und so weiter durchgeführt. Auch für anders strukturierte Vereine, also kleine Vereine, die teils ganz andere Sorgen hatten als die großen Vereine, die sich im Freiburger Kreis zusammengeschlossen hatten." Parallel dazu veranlasste er, dass der Bundesvorsitzende und das eine oder andere Vorstandmitglied regelmäßig in die Sportkreise gingen und dort mit den Vereinen diskutieren. Der Beginn der Sportkreisgespräche.

Zu den besonderen Projekten Schaibles als WLSB-Chef gehörten auch zwei Konzepte, die im Spitzen- und im Breitensport Akzente setzten. Für Leistungssportler führte er spezielle Verträge zur sozialen Absicherung ein. So konnten diese neben dem Sport auch ihre Ausbildung bzw. Studium bestreiten. Im Blick hatte er jene Athleten, die noch nicht von der Sporthilfe unterstützt wurden, sondern erst auf dem Sprung auf dieses Leistungsniveau waren.

Im Breitensport entwickelte er das Sport-Spiel-Spaß-Programm. Damit setzte er ein Gegengewicht zu den Volksläufen, Volksradfahren und ähnlichem des Volkslaufverbandes. „Wir mussten etwas gegen diese Konkurrenz tun, damit die Leute uns nicht davonlaufen."

Einzigartig in Deutschland war 1977 auch das Konzept des Sportmedizinischen Seminars, bei dem sich sowohl Ärzte wie auch Trainer und Übungsleiter fortbilden konnten. Es wird in diesem Jahr zum 40. Mal veranstaltet.

 

wlsb-branchenbuch-schmal
wlsb-infothek-schmal
mein-wlsb
„Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein angenehmeres Surfen zu ermöglichen.“
Bitte bestätigen Sie, dass Sie mit der Verwendung einverstanden sind.