Die Sozialversicherer stellen klar: Mindestlohn und Sozialversicherungspflicht haben nach wie vor nichts miteinander zu tun. Die Einführung des Mindestlohns vor einem Jahr hat bei vielen Vereinen für Verwirrungen gesorgt, was die Sozialversicherungspflicht von Amateursportlern betrifft. Deshalb haben die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung jetzt erneut klargestellt: Amateursportler, die Zahlungen über 200 Euro erhalten, gehören in der Regel zu den Beschäftigten im Sinne der Sozialversicherung. Dies hat jedoch nichts mit dem Mindestlohngesetz zu tun. Im Folgenden haben wir für Sie die jeweiligen Regelungen zu Sozialversicherung und Mindestlohn bei Amateursportlern noch einmal zusammengefasst:

Sozialversicherungspflicht bei Amateursportlern

Bei Amateursportlern, die ohne gesonderte schriftliche Vertragsvereinbarung allein aufgrund ihrer mitgliedschaftsrechtlichen Bindungen tätig werden, wird vermutet, dass bei Zahlungen bis zur Höhe von 200 Euro im Monat (inkl. Prämien o. ä.) keine wirtschaftliche Gegenleistung erbracht und damit keine sozialversicherungsrechtlich relevante Beschäftigung ausgeübt wird. Bei Zahlungen über 200 Euro wird entsprechend eine sozialversicherungsrechtlich relevante Beschäftigung angenommen.

Ausnahmen:

Kann bei einem Amateursportler aus besonderen Gründen ein erhöhter Aufwand belegt werden (z. B. Transportkosten für notwendiges Sportgerät), kann im Einzelfall auch trotz monatlicher Zahlung über 200 Euro eine sozialversicherungsrechtlich relevante Beschäftigung verneint werden. Wird im umgekehrten Fall dagegen die Vergütung nicht lediglich zur sportlichen Motivation oder zur Vereinsbindung gewährt, kann eine sozialversicherungsrechtlich relevante Beschäftigung auch bei einer monatlichen Zahlung bis zu 200 Euro angenommen werden. Die Amateursportler sind dann regelmäßig als geringfügig Beschäftigte anzusehen und bei der Minijob-Zentrale zu melden.

Regelungen zum Mindestlohn

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und der Deutsche Olympische Sportbund e. V. (DOSB) sowie der Deutsche Fußball-Bund e. V. (DFB) haben festgestellt, dass Vertragsamateure mit einer Vergütung bis zu 450 Euro monatlich typischerweise nicht in einem Arbeitsverhältnis tätig werden und damit auch nicht in den Anwendungsbereich des Mindestlohngesetzes fallen. Für Vertragsamateure mit Vergütungen oberhalb der Geringfügigkeitsgrenze wurde keine generelle Regelung zur Anwendung des Mindestlohngesetzes getroffen. Hier muss jeweils im Einzelfall geprüft werden, ob es dem Spieler in erster Linie um die sportliche Betätigung oder die finanzielle Gegenleistung geht. 

Jedoch gilt, ob Mindestlohn oder nicht: Die Regelungen der Sozialversicherungspflicht sind in jedem Fall zu beachten.

Weitere Informationen zu beiden Themen finden Sie in der WLSB-Infothek.

wlsb-branchenbuch-schmal
wlsb-infothek-schmal
mein-wlsb
„Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein angenehmeres Surfen zu ermöglichen.“
Bitte bestätigen Sie, dass Sie mit der Verwendung einverstanden sind.