Die Strukturreformen im bundesdeutschen Spitzensport werden auch für Veränderungen in Baden-Württemberg sorgen. So viel dürfte feststehen. Klaus Tappeser, Vorsitzender des Trägervereins des Olympiastützpunktes (OSP) Stuttgart und Präsident des Württembergischen Landessportbundes, hält jedoch nichts davon, die Zahl der OSP-Standorte im Land zu reduzieren. „Ich unterstütze den im Landessportverband erarbeiteten Vorschlag, ein gemeinsames Dach ‚Olympiastützpunkte Baden-Württemberg‘ für Verwaltung und Koordination zu schaffen und die vier bisherigen Standorte zu erhalten.“

Gerade in einem Flächenland wie Baden-Württemberg könne man ohne dezentrale Strukturen den Sportlern keine optimalen Bedingungen bieten. Deshalb brauche man an den einzelnen Standorten auch medizinische Betreuung, Verantwortliche für die Trainingsplanung oder Laufbahnberater.

Aus Sicht des Stuttgarter OSP-Vorsitzenden ist es richtig und notwendig, jetzt die Spitzensportförderung auf Effizienz und Effektivität hin zu durchleuchten: „Die Reformen dürfen aber nicht zum Spardiktat werden. Wer die Weichen für mehr Erfolg stellen will, muss auch investieren – in das Athleten-Trainer-Gespann und in die Infrastruktur. Hier in Stuttgart haben wir eine gefühlte Ewigkeit gewartet, bis 2012 die Sanierung der maroden Molly-Schauffele-Halle startete.“ Daher erwartet Klaus Tappeser, dass mindestens die durch Strukturänderungen eingesparten Gelder wieder investiert werden. „Mehr wäre aber noch besser“, sagt Tappeser.

Sollte es tatsächlich zu einer Reduzierung von Standorten kommen, befürchtet Tappeser auch „Nebenwirkungen“ für die Talentförderung. „Rund um die OSP-Standorte im Land haben sich zahlreiche ‚Eliteschulen des Sports‘ entwickelt. Damit können aussichtsreiche junge Talente schulische Ausbildung und sportliche Karriere optimal verbinden. Schließungen von OSP-Standorten hätten dann auch Folgen für diese Kooperationen.“

 

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