Bei Spielern sind Kunstrasenplätze äußerst beliebt. Doch in Sachen Umweltschutz stehen sie am Pranger – vor allem die verschiedenen Typen von Gummigranulaten. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) arbeitet derzeit an einem Vorschlag, wie mit diesem Mikroplastik im Kunstrasen umgegangen werden soll. Unabhängig davon hat der Umweltausschuss des Landtags Anfang Juni beschlossen, die Förderung von mit Gummigranulat verfüllten Plätzen umgehend einzustellen. Zum aktuellen Stand haben wir wichtige Fragen und Antworten zusammengestellt.

Müssen jetzt alle Kunstrasenplätze stillgelegt werden?
Zum jetzigen Zeitpunkt: nein. Der Vorschlag der ECHA, der auch die Verwendung von Mikroplastik (also Gummigranulat) in Kunstrasen umfasst, wird voraussichtlich im Frühjahr 2020 der Europäischen Kommission übergeben. Diese muss dann entscheiden, ob und wie die Verordnung namens „REACH“ geändert wird. Die Entscheidung des Landtags wiederum bezieht sich nur auf die Vergabe von Landesfördermitteln und betrifft die Kommunen genauso wie die Vereine.

Wie lange dürfen mit Gummigranulat verfüllte Kunstrasenplätze noch genutzt werden?
Wann es zu einer Entscheidung auf europäischer Ebene kommt, ist schwer abzuschätzen. Der DOSB wie auch der DFB setzen sich jedenfalls für ausreichende Übergangsfristen ein. Aktuell ist daher unklar, ob es Übergangs- und Ausnahmeregelungen wie auch Bestandsschutz für solche Plätze geben wird.

Können Kunstrasenplätze, deren Bau bereits läuft, weiter gebaut werden?
Die Auszahlung von Landesfördermitteln für bereits erfolgte Bewilligungen ist weiterhin möglich. Für in der Planung befindliche Kunstrasenplätze, die mit Gummigranulaten verfüllt werden sollen, dürfen jedoch ab sofort keine Förderzusagen mehr ausgestellt werden. Wie mit aber jenen Fällen umzugehen ist, die sich gerade zeitlich zwischen einer vorzeitigen Baufreigabe und der Erteilung der Bewilligung befinden, wird noch gemeinsam mit dem Kultusministerium geklärt werden müssen.

Gibt es Zuschüsse, wenn Vereine Gummigranulat austauschen müssen?
Darüber werden sich die Sportbünde in Baden-Württemberg mit den zuständigen Ministerien unterhalten. Sobald hier Informationen vorliegen, wird der WLSB seine Mitglieder informieren.

Besteht für die Spieler eine unmittelbare Gesundheitsgefahr?
Sofern es sich um neuwertiges, also nicht recyceltes, Gummigranulat handelt, sind dem WLSB keine entsprechenden Informationen bekannt. In der aktuellen Diskussion geht es zudem vor allem und den Umwelteintrag aus Füllgranulaten – zum Beispiel durch Verwehungen in die Umgebung oder Auswaschen in Entwässerungssysteme oder Versickerungsmulden.

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