Finanzielle Unterstützung für Sportvereine und -verbände in Corona-Zeiten: Das Land Baden-Württemberg hat 11,635 Millionen Euro für die „Soforthilfe Sport“ bereitgestellt. Ab sofort und bis zum 30. November können WLSB-Mitglieder in einem unbürokratischen Verfahren Notfall- und Liquiditätshilfen beantragen.

Anträge sind an die WLSB-Geschäftsstelle zu richten unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Post: Württembergischer Landessportbund e.V., Fritz-Walter-Weg 19, 70372 Stuttgart.

Fragen können unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! sowie jeden Donnerstag telefonisch von 14.00 bis 16.00 Uhr unter 0711/28077-196 gestellt werden.

Alle wichtigen Informationen und Hinweise zur Antragsstellung finden Sie in den folgenden FAQ.

Antragsberechtigt sind Sportvereine und Sportfachverbände in Baden-Württemberg, die in einem der zuständigen Sportbünde (Badischer Sportbund Freiburg, Badischer Sportbund Nord und Württembergischer Landessportbund) ordentliches Mitglied und als gemeinnützig im Sinne der Abgabenordnung anerkannt sind.

Antragsberechtigt sind nur Sportvereine und Fachverbände, die nicht bereits am 31.12.2019 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren. Die Hilfen können nicht gewährt werden, wenn die drohende Zahlungsunfähigkeit unabhängig von der Corona-Pandemie besteht bzw. bestand.

Einzelne Vereinsabteilungen sind nicht direkt antragsberechtigt. Die Beantragung ist über den Hauptverein und dessen vertretungsberechtigte Person/en (im Regelfall 1. Vorsitzende/r) vorzu-nehmen und einzureichen.

Jeder Fachverband stellt seinen Antrag an den Sportbund, in dessen Verbandsgebiet sein Sitz liegt.

Anträge können grundsätzlich bis spätestens 30.11.2020 gestellt werden.

Auf dem Antragsformular sind gewisse Pflichtfelder gekennzeichnet:

  • Zuständiger Sportbund
  • Mitglieds-/Vereinsnummer (bei Vereinen)
  • Anzahl Mitglieder (Stand 01.01.2020)
  • Vereinsname und Anschrift
  • Ansprechpartner mit Angabe Funktion und Mailadresse
  • Höhe des Liquiditätsengpasses
  • Begründung des Liquiditätsengpasses
  • Unterschrift eines Vertretungsberechtigten

Die Soforthilfe Sport wird Sportvereinen und Sportfachverbänden zur Überwindung eines existenzgefährdenden Liquiditätsengpasses gewährt, der durch die Corona-Pandemie ent-standen ist. Der Verein darf nicht bereits am 31.12.2019 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein und der Liquiditätsengpass muss größer als 1.000 € sein (Bagatellgrenze).

Die Höhe der möglichen Soforthilfe richtet sich nach der Mitgliederzahl:

  • Eine einmalige Soforthilfe an Sportvereine ist bis zu 15 € je Mitglied möglich, maximal jedoch bis zur Höhe des Liquiditätsengpasses
  • Eine einmalige Soforthilfe an Sportfachverbände ist bis zu 1 € je Mitglied möglich, maximal jedoch bis zur Höhe des Liquiditätsengpasses
  • In besonders gelagerten Fällen/Konstellationen sind für Sportvereine und Sportfachverbände Einzelfallentscheidungen möglich

Nein. Dieses Programm hat zum Ziel, Vereine und Verbände vor akuter Zahlungsunfähigkeit zu bewahren. Es geht nicht primär um den Ausgleich von Einnahmeausfällen aus abgesagten Veranstaltungen oder Kursen, sofern diese keine existenziell bedrohliche Konsequenz für den Gesamtverein nach sich ziehen.

Ein existenzgefährdender Liquiditätsengpass wird angenommen, wenn die Einnahmen des Antragsstellers aus dem Ideellen Bereich, Zweckbetrieb und der Vermögensverwaltung voraussichtlich nicht ausreichen, um die laufenden Ausgaben bis Jahresende (bspw. Geschäftsstelle, Personalkosten, Mieten, Pacht) zu decken.

Als Betrachtungszeitraum können die Monate März 2020 bis Dezember 2020 zu Grunde gelegt werden. Für die Monate März, April, Mai, Juni kann ein bestehender Liquiditätsengpass angegeben werden; für die Folgemonate bis Dezember kann ein zu erwartender Liquiditätsengpass ermittelt werden. Beide Summen sind für den Antrag entsprechend zu saldieren.

Bei der Liquiditätsbetrachtung werden die finanziellen Mittel berücksichtigt, auf die der Verein bzw. Fachverband unmittelbar zurückgreifen kann. Dazu gehören z.B. Bargeld, Bankguthaben, Depotguthaben, sowie freie Rücklagen. Zweckgebundene Rücklagen (beispielsweise für den Bau oder die Sanierung von Sportanlagen, die Beschaffung von Sportgeräten oder die Wiederbeschaffung sonstiger Anlagegüter) werden für die Berechnung nicht angerechnet.

  • Freie Rücklagen (ohne Zweckbindung): ja
  • Zweckgebundene Rücklagen (z. B. Investitions- oder Wiederbeschaffungsrücklagen i. S. §62 I Nr. 2 AO): nein

Wenn dem Guthaben laufende Ausgaben, z. B. für die Bezahlung von Übungsleiter*innen, Mieten, Energie-, Wasser- und Entsorgungskosten in entsprechender Höhe gegenüberstehen, gilt dieses Guthaben als „Betriebsmittelrücklage“ – der Verein ist antragsberechtigt.

Wenn das Geld für die Wiederbeschaffung eines Wirtschaftsgutes wie z. B. einem Sportgerät oder Mobiliar für die Geschäftsstelle in absehbarer Zeit benötigt wird, muss dieses Geld nicht vor An-tragsstellung zur Liquiditätssicherung eingesetzt werden. Der Verein ist antragsberechtigt.

Da Rücklagen für Investitionen der Höhe wegen über längere Zeiträume angespart werden müs-sen, können diese bei der Liquiditätsbetrachtung für die Antragsstellung auf Soforthilfe unberück-sichtigt bleiben.

Derartige Guthaben, denen keine konkreten Ausgaben gegenüberstehen, bilden freie Liquidität, die vor Antragsstellung aufzubrauchen ist.

Es ist zu prüfen, ob alle vom Verein erzielten Einnahmen ausreichen, um sämtliche Ausgaben zu decken. Hierbei ist zu beachten, dass Zahlungen an Sportler bei der Berechnung der Gesamtausgaben nicht mit angesetzt werden dürfen, diese sind nicht zuwendungsfähig.

Zahlungen an Profisportler werden im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb abgewickelt, sind also durch die Wirtschaftshilfen, respektive das Kurzarbeitergeld, bereits abgedeckt.
Zahlungen an Amateursportler werden bis zur Höhe von 450,-- EUR im Zweckbetrieb verbucht. Derartige Zahlungen dürfen bei der Betrachtung der Liquiditätsberechnung nicht eingerechnet werden.

Bei Defiziten im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb können die sogenannte Soforthilfe Wirtschaft (https://www.bw-soforthilfe.de/) sowie ggf. weitere Wirtschaftshilfen wie Kurzarbeitergeld beantragt werden. Alle Möglichkeiten der Wirtschaftshilfe sind in Anspruch zu nehmen.

Hinweis: Das erste Soforthilfeprogramm des Landes Baden-Württemberg endete am 31.05.2020. Das sogenannte Überbrückungshilfeprogramm schließt zeitlich daran an. Nähere Informationen hierzu finden Sie unter https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/.

Wenn trotz der beantragten Wirtschaftshilfen weiterhin ein Liquiditätsengpass besteht, ist zu prüfen, ob die Defizite des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes aus den drei weiteren steuerlichen Sphären ideeller Bereich, Vermögensverwaltung, Zweckbetrieb gedeckt werden können (was für das Jahr 2020 einmalig möglich und gemeinnützigkeitsunschädlich ist, wie das BMF klargestellt hat).

Falls dies möglich ist, existiert kein Liquiditätsengpass und es besteht keine Antragsberechtigung für die Soforthilfe Sport.

Falls dies nicht (vollständig) möglich ist, wird der resultierende Liquiditätsengpass berechnet. Hierbei ist zu beachten, dass Zahlungen an Sportler bei der Berechnung der Gesamtausgaben nicht mit angesetzt werden dürfen, diese sind nicht zuwendungsfähig.

Ja. Zunächst sind mit möglichen Einnahmen jedoch die Kosten aus dem WGB zu decken, Überschüsse können dann zur Kostendeckung in den anderen Steuersphären verwendet werden.

Die Überweisung erfolgt durch Ihren zuständigen Sportbund auf das hinterlegte Konto des Hauptvereins.

Ja, das ist möglich! Die Soforthilfe Wirtschaft bzw. die Überbrückungshilfe (Folgeprogramm) greifen ausschließlich bei Defiziten im sogenannten wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. Sobald ein Liquiditätsengpass in den Bereichen des ideellen Bereichs, des Zweckbetriebs sowie der Vermögensverwaltung entsteht, setzt die Soforthilfe Sport ein.

Nein, das ist nicht möglich. Antragsberechtigt sind ausschließlich Mitgliedsvereine und Sportfachverbände der Sportbünde mit eigener Rechtspersönlichkeit.

Ja, wenn der Jahresabschluss 2020 positiv ausfällt. Der Zuschuss muss bis zu der Höhe des Überschusses unaufgefordert zurückgezahlt werden. Wird am Jahresende 2020 ein ausge-glichenes oder negatives Jahresergebnis erzielt, muss der Zuschuss nicht zurückbezahlt werden.

Mit der Bewilligung wird dem Rechnungshof des Landes Baden-Württemberg, dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, dem Regierungspräsidium Karlsruhe und dem jeweils zuständigen Sportbund das Recht eingeräumt, alle gemachten Angaben zu überprüfen. Auf Anforderung sind die hierfür notwendigen Unterlagen und Belege vorzulegen.

 

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