Noch kann nicht von einer Trendwende gesprochen werden. Aber im Vergleich zur ersten Corona-Bestandserhebung 2021 hat sich der Mitgliederrückgang deutlich verlangsamt. Zum Stichtag 1. Januar 2022 meldeten 5647 württembergische Sportvereine dem WLSB insgesamt 2.186.586 Mitglieder. Das entspricht einem Rückgang von 7018 Mitgliedern oder minus 0,32 Prozent. Auch die Zahl der Vereine ist im Vergleich zum Vorjahr um 23 zurückgegangen. Diese war aber auch schon vor der Corona-Pandemie seit ihrem Höchststand 2012 Jahr für Jahr leicht geringer geworden. Aufgrund von Vereinsbefragungen zeichnete sich im Laufe des Jahres 2021 bereits ab, dass eine derart negative Mitgliederentwicklung wie im Vorjahr in der Bestandserhebung 2022 nicht zu erwarten sein dürfte. Rechnet man allerdings die beiden Pandemie-Jahre 2020 und 2021 zusammen, liegt der Mitgliederrückgang bei insgesamt 60.385 Mitgliedschaften oder 2,69 Prozent.

Aus der WLSB-Bestandserhebung 2022 lassen sich die nachfolgenden Entwicklungen hervorheben, einige davon waren schon im Jahr 2021 zu beobachten.„

  • Erfreulicherweise fanden wieder mehr Kleinkinder und Vorschulkinder den Weg in die Vereine. Allerdings sind die Zuwächse noch weit davon entfernt, den drastischen Rückgang von 2021 auszugleichen.„
  • Der Anteil der über 80-Jährigen ist weiter angewachsen, was vor allem aufdemographische Effekte zurückzuführen sein dürfte.„
  • Bei den weiblichen Mitgliedern ist in vielen Altersgruppen zu beobachten, dass die Rückgänge höher ausfallen als die der männlichen Mitglieder.
  • Die Gründe dafür könnten zum einem in der langen Unsicherheit durch Home-Schooling und Kinderbetreuung im Lockdown liegen, zum anderen in der Tatsache, das Gesundheits- und Fitnesskurse überwiegend von Frauen besucht werden – Angebote, die 2021 über lange Zeit nicht oder nur deutlich eingeschränkt möglich waren.„
  • Bei den Sportarten mussten solche mit engem und häufigem Körperkontakt abermals deutliche Mitgliederverluste hinnehmen. Auch die meisten Mannschaftssportarten in der Halle haben ein Minus verzeichnet. Dagegen haben Sportarten, die auch oder überwiegend im Freien möglich sind wie Klettern, Tennis, Rudern, Fußball etc. zumeist Zuwächse zu verzeichnen.

Der Abwärtstrend aus dem Jahr 2021 konnte also weitestgehend gestoppt werden, was sehr erfreulich ist. Allerdings scheint die Corona-Pandemie noch nicht überwunden, da die Entwicklung im kommenden Herbst und Winter nicht vorhersehbar ist und deshalb staatlich verordnete Einschränkungen nicht gänzlich ausgeschlossen werden können. Doch haben die beiden vergangenen Pandemie- Jahre gezeigt, dass trotz schwieriger und ständig wechselnder Rahmenbedingungen die allermeisten Vereinsmitglieder gehalten sowie 2021 gerade bei den Kindern neue hinzugewonnen werden konnten – und die Sportvereine nach wie vor über ein attraktives Sport- und Freizeitprogramm verfügen.

 

Ausführliche Mitgliederstatistik 2022

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