HornbergerNeben der Sprache spielen in der Kommunikation auch Gestik, Mimik und Körperhaltung eine große Rolle. Man kann sie trainieren, um sie besser einzusetzen, meint die Stuttgarter Sprecherzieherin Petra Hornberger.

Frau Hornberger, Menschen nehmen sich gegenseitig über verschiedene Sinne war. Welche Rolle spielen denn Gestik und Mimik des anderen, welche Bedeutung hat also die non-verbale Kommunikation? Der entscheidende Unterschied zwischen verbaler und non-verbaler Kommunikation ist, dass die Körpersprache oft unbewusst wirkt. Die Art und Weise, wie wir uns bewegen, wie unsere Körperhaltung ist, was wir gestisch zum Ausdruck bringen, wird vom Gegenüber nicht bewusst analysiert und reflektiert, hat bei ihm aber dennoch eine Wirkung.

In einem Gespräch entscheiden also nicht nur die inhaltlichen Aussagen darüber, wie ich jemanden finde. Genau. Wir sind uns oft nicht klar darüber, warum wir Sympathie oder Antipathie empfinden oder was eine Entscheidung für oder gegen etwas auslöst. Das Unbewusste spielt also eine größere Rolle, als es vielleicht scheint.

Auf welchen Wegen äußert sich non-verbale Kommunikation konkret? Über die Körperhaltung, den Spannungszustand der Muskulatur oder das allgemeine Erregungsniveau der Person, das sich in einem ruhigen Körper oder in einem angespannten, motorisch unruhigen zeigt. Damit verbunden ist die Gestik, womit ich nicht nur eine gezielte Ausdrucksform meine. Dabei geht es zum Beispiel auch um Selbstberührungen. Nestelt also jemand zum Beispiel an sich oder seiner Kleidung herum? Mit solchen Übersprungshandlungen versuchen Menschen häufig, das eigene emotionale System zu regulieren. Außerdem gibt es vegetativ autonome Ausdruckssignale, die man nicht selbst steuern kann – wie Gesichtsröte oder erweiterte Pupillen. Wer da geschult ist, kann sich ein gutes Bild machen von der Verfassung seines Gegenübers.

Wie kann man die eigene Körpersprache verändern und positiv beeinflussen? Moshé Feldenkrais sagte einmal: ‚Ich kann nur machen, was ich will, wenn ich weiß, was ich tue.‘ Das heißt jede Art von Weiterentwicklung beginnt mit einer Stärkung des Bewusstseins. Man sollte sich nicht blind an irgendwelchen Idealen und Best-Practice-Beispielen orientieren. Stattdessen sollte man sich selbst beobachten und fragen, wie man sich in bestimmten Situationen verhält. Dabei stelle ich möglicherweise fest, dass ich an mir herumnestele, weil ich mich dem Gegenüber unterlegen fühle. Wenn mir das klar ist, unterlasse ich vielleicht im nächsten Schritt das Nesteln und schaue, ob es mir in der Situation mehr Sicherheit gibt.

Wie geht es dann weiter? Dann kommt der zweite Spruch: ‚Fake it, until you make it.‘ Das meint nicht Bluff als Lebensmotto. Es geht vielmehr darum, dass ich etwas mal ein wenig anders mache und prüfe, ob es auch mein inneres Erleben verändert, ich mich also in bestimmten Situationen sicherer fühle. Dabei sollten wir immer authentisch und wahrhaftig bleiben. Ich glaube, dass wir dann am meisten an unsere Ressourcen und Potenziale angeschlossen sind.

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Die LANGE NACHT des Vereinsmanagements findet am 27. April im SpOrt Stuttgart statt.

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