Deutschland ist das Ziel vieler Flüchtlinge. Bei der Suche nach geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten greifen die Landratsämter, Städte und Gemeinden immer häufiger in ihrer Not auf Turnhallen zurück. Klaus Tappeser, der Präsident des Württembergischen Landessportbundes (WLSB), hat für solche Maßnahmen durchaus Verständnis, aber wehrt sich gegen eine solche Dauerlösung. „Sporthallen sind Notunterkünfte, aber für Flüchtlinge keine Dauerlösung für länger als ein Jahr. Bei der Zweckentfremdung der Hallen gibt es keinen Sportunterricht für unsere Kinder mehr und die Vereine können ihr Angebot nicht aufrechterhalten. Auch nicht das kostenfreie Sportangebot für Flüchtlinge.“

WLSB-Präsident Tappeser sieht die Nöte der Landratsämter, Städte und Gemeinden, die händeringend nach Räumen Ausschau halten, wo sie die Flüchtlinge unterbringen können. Auf der anderen Seite kann das Belegen von Sporthallen nicht die richtige Lösung sein. „Mehrere Dutzend Menschen in einem großen Raum zu sammeln, abgetrennt lediglich durch Stellwände, ist unzumutbar. Privatsphäre gibt es so nicht“, sagte er nach mehreren Ortsbesichtigungen.

Auch die Auswirkungen auf den Schulsport sind nicht längerfristig zu tolerieren. „Es kann nicht hingenommen werden, dass über ein Schuljahr der Sportunterricht ausfällt.“ Zur Verdeutlichung dieser Situation stellt der WLSB-Chef die Frage: „Was würde passieren, wenn in einer Schule ein Jahr lang der Deutsch- oder Matheunterricht ausfallen würde?“

Grundsätzlich ist sich Klaus Tappeser bewusst, dass die Unterbringung der Flüchtlinge eine Staatsaufgabe ist und von allen gesellschaftlichen Organisationen unterstützt werden muss. Er zeigt deshalb Verständnis und Hilfsbereitschaft: „Die Sportvereine werden sich der gesellschaftlichen Aufgabe nicht verschließen, den Flüchtlingen bei der Integration in ihrer neuen Heimat zu helfen.“ Die Türen zu den Sportangeboten der Vereine stehen den Flüchtlingen offen, sagt er. „Weil der WLSB und seine Vereine dieses Angebot ernst nehmen, sind alle Flüchtlinge in die Sportversicherung für unsere Vereine eingeschlossen worden.“

Um den Engpass kurzfristig aufzulösen, werden schnelle Investitionen nötig sein. Die jedoch auf längere Frist hilfreich sind. „Wir brauchen nicht immer und überall voll ausgestattete Hallen“, sagt Tappeser, „sogenannte Kalthallen tun es auch.“ Diese kosten etwa 500 000 Euro. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat bereits ein Zehn-Milliarden-Investitionsprogramm für die Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur beschlossen. Das könnte dann auch eine schnelle Hilfe für die Schulen und für Vereine bedeuten.

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Thomas Müller
Pressesprecher
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