Vom Schuljahr 2016/2017 an soll ein neuer Bildungsplan gelten. Darin sind auch Veränderungen im Fach Sport vorgesehen: Statt Sportarten und Sportgeräten werden nur noch allgemeine Formulierungen wie "Sich bewegen beim Spielen" oder "Angriffsaktion" verwendet. So ist es dem ersten Entwurf des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport zu entnehmen. Rolf Schmid, Vizepräsident Bildung beim Württembergischen Landessportbund (WLSB), und Heinz Janalik, Präsident des Badischen Sportbundes Nord, haben den Bildungsplan für den Sport analysiert. In ihrer Stellungnahme an das Kultusministerium kritisieren sie: „Die Lehrpläne der Sekundarstufe I und des Gymnasiums bleiben sehr unverbindlich im Zielspektrum des ‚Sich Bewegens‘ hängen."

WLSB-Präsident Klaus Tappeser wird deutlicher: „Künftig wird es den Sportunterricht ohne Sport geben.“ Denn in dem Entwurf werden bislang weder Sportarten noch Sportgeräte genannt. „Sportarten sind nichts Negatives“, erläutert Tappeser, „jede für sich hat ihre besonderen Eigenheiten, die die Schüler im Sportunterricht kennenlernen sollen." Um dabei die für sie passende Sportart zu finden. Zudem geht es auch um das Erlernen motorischer und koordinativer Fähigkeiten, die an Sportgeräten geschult werden. „Das Üben an Turngeräten hat für fast alle Sportarten einen positiven Effekt", erklärt Tappeser. Auch sei ein Pass beim Fußball etwas anderes als ein Pass beim Handball oder Basketball.

Bislang kommen viele Kinder vor allem im Schulsport mit den vielen unterschiedlichen Sportarten in Kontakt. Deshalb fällt ihm eine besondere Bedeutung zu, wenn es um das Erlernen der gesamten Bandbreite an Sport geht, wie er auch in den Sportvereinen betrieben wird. Rainer Brechtken, Präsident des Deutschen Turner-Bundes, hat kürzlich beim Stuttgarter Sportkongress gewarnt: „Die Zukunft unserer Vereinslandschaft funktioniert nur mit der Vielfalt aus Jugend- und Wettkampfsport, Fitness und Gesundheit. Wir dürfen beim Wettkampfsport keine Sportart herausnehmen.“ WLSB-Chef Tappeser ergänzt: „Unsere breite Vereinslandschaft ist ein Teil unserer Kultur und hält unsere Gesellschaft zusammen.“ Allein schon deshalb müssen die Sportarten auch künftig fester Bestandteil des Sportunterrichts sein.

 

Ansprechpartner

Thomas Müller
Pressesprecher
Tel. 0711 / 28077-186
Fax 0711/ 28077-101
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
wlsb-branchenbuch-schmal
wlsb-infothek-schmal
mein-wlsb
„Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.“
Bitte bestätigen Sie, dass Sie mit der Verwendung einverstanden sind.