Die Ganztagsschule beschäftigt die Mitarbeiter in den über 5700 Sportvereinen im Württembergischen Landessportbund (WLSB). Entsprechend groß war das Interesse an der Fachtagung „Sportvereine und Ganztagsschulen“, zu der heute mehr als 250 Teilnehmer im SpOrt Stuttgart zusammenkamen.

Welchen Stellenwert der Sport in der Ganztagsschule besitzt, geht auch aus den Umfrage-Ergebnissen der Jugendstiftung Baden-Württemberg unter Schulleitern hervor. Von insgesamt 376 Partnerschaften zwischen Schulen und Verbänden sowie Vereinen belegt der Sport mit 140 Kooperationen mit großem Abstand Platz eins. „Sport und Bewegung sind wichtig in der Ganztagsschule und ein elementarer Bestandteil der von Kultusministerium und WLSB geforderten Rhythmisierung“, sagt WLSB-Präsident Klaus Tappeser.

Doch nutzen bislang nur 104 der 172 Ganztagsschulen nach neuem Schulgesetz die Möglichkeit der sogenannten Monetarisierung. Von den 5895 zusätzlichen Lehrerwochenstunden wurden gerade einmal 1015 umgewandelt.
Auch wenn der Sport der gefragteste Partner der Ganztagsschulen ist: Für WLSB-Vizepräsident Rolf Schmid wird der neue Finanzierungsweg „Monetarisierung“ noch viel zu selten genutzt. Das beschränke die Möglichkeiten der Sportvereine erheblich, mit Ganztagsschulen zusammenzuarbeiten. „Stattdessen werden das WLSB-Zuschussprogramm ‚Kooperation Schule-Verein‘ oder das Jugendbegleiter-Programm genutzt. Diese sind aber zu klein, um Vereinsangebote angemessen vergüten zu können. Und das erschwert in den Vereinen die Suche nach qualitativ gut ausgebildeten und verlässlichen Mitarbeitern, die vor- und nachmittags für die Ganztagsschule zur Verfügung stehen können.“

Um hier Abhilfe zu schaffen, fordern Tappeser und Schmid: „Für die Ganztagsschulen soll eine Monetarisierungsquote verpflichtend vorgeschrieben werden.“ Alternativ dazu könne man Schulrektoren zusätzliche Mittel für die Betreuung in Aussicht stellen, wenn sie zum Beispiel mehr als 20 Prozent der zusätzlichen Lehrerwochenstunden monetarisieren, schlagen Klaus Tappeser und Rolf Schmid vor.

Auch wenn aus WLSB-Sicht die ersten Erfahrungen mit der Monetarisierung durchwachsen sind: Der Verband ist von der gesellschaftlichen Bedeutung der Ganztagsschule überzeugt und wird deren Entwicklung weiter fördern. Zahlreiche Informationsveranstaltungen, die dezentralen Koordinierungsstellen in den Sportkreisen sowie die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Ministerium und den Fachverbänden würden dies unterstreichen, sagt WLSB-Vizepräsident Rolf Schmid.


Was ist Monetarisierung?
Ganztagsschulen nach neuem Schulgesetz erhalten vom Kultusministerium nach einem festgelegten Schlüssel zusätzliche Lehrerwochenstunden zugewiesen. Die Schulen können maximal die Hälfte dieser zusätzlichen Stunden monetarisieren, also in Geld umwandeln, und damit außerschulische Partner wie den Sportverein für deren Einsatz vergüten.

 

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Thomas Müller
Pressesprecher
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