Die Gründe für das Nein der Hamburger zur Bewerbung um Olympische Spiele haben eines deutlich gezeigt: Der Bevölkerung fehlt das Vertrauen in die Organisationen des Sports. International haben die Korruptionsaffären bei den Weltverbänden von Fußball und Leichtathletik zur Verunsicherung beigetragen, beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) haben die offenen Fragen um die Vergabe der Fußball-WM 2006 viele aufgeschreckt.

Klaus Tappeser, Präsident des Württembergischen Landessportbundes (WLSB), warnt anlässlich des „Tag des Ehrenamts“ am 5. Dezember vor einer Übertragung auf den ganzen Sport. „Viele Mitbürger engagieren sich ehrenamtlich in unseren Sportvereinen, weil sie bürgerschaftliches Engagement als unverzichtbaren Bestandteil unserer demokratischen Gesellschaft betrachten“, sagt Tappeser und stellt ich demonstrativ vor die vielen Mitarbeiter im Sport: „Ihnen geht es nicht um Kommerz, sondern um die Vermittlung von Werten wie Respekt und Fairplay an Kinder und Jugendliche, um die Gesundheitsvorsorge bei Erwachsenen, um soziale Aufgaben wie Inklusion und Integration.“ Wie ganz aktuell bei den Flüchtlingen.

Für diese Leistungen erhält der Sport finanzielle Unterstützung. Vom Bund, von den Ländern und von den Städten und Gemeinden. Über diese öffentlichen Mittel kann der Sport mehr oder weniger frei verfügen. „Auf diese Autonomie sind wir stolz. Sie beruht aber auch auf gegenseitigem Vertrauen“, erläutert Tappeser. Und er führt weiter aus: „Wenn der Staat allerdings den Eindruck gewinnen sollte, dass die öffentlichen Gelder nicht wie versprochen eingesetzt, sondern zweckentfremdet werden, dann wächst Misstrauen. Und am Ende geht die Autonomie verloren."

In den 11 389 Vereinen in Baden-Württemberg engagieren sich etwa 245 000 Menschen ehrenamtlich in den verschiedensten Positionen – als Vorsitzender, als Schatzmeister, als Jugendleiter, als Übungsleiter oder Trainer. Nach einer Befragung zum Sportentwicklungsbericht 2013/2014 des Bundesinstituts für Sportwissenschaft und des Instituts für Sportökonomie und Sportmanagement der Sporthochschule Köln summiert sich dieses Engagement auf etwa drei Millionen Stunden pro Monat. Dies ergibt bei einer angenommenen Vergütung von 15 Euro pro Stunde eine monatliche Wertschöpfung von 45 Millionen Euro. Oder 540 Millionen Euro pro Jahr. Dagegen sind die 88 Millionen Euro zusätzliche Förderung, die der Sport für fünf Jahre über den Solidarpakt III vom Land erhält, geradezu ein Schnäppchen.

 

 

 

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