Sportvereine sind eine tragende Säule unserer Gesellschaft. Mit dem Ehrenamt als Grundlage schaffen sie Raum für Mitwirkung und Teilhabe. Mit ihren demokratischen Strukturen bieten sie jedem Mitglied die Möglichkeit, in allen Vereinsangelegenheiten mitzudiskutieren und mitzuentscheiden. Dabei gelten Toleranz, Respekt und Fairplay im Sportverein nicht nur auf dem Spielfeld sondern auch bei der Meinungs- und Willensbildung. Um es auf den Punkt zu bringen: Im Sportverein wird Demokratie gelebt und somit für jeden einzelnen erfahrbar und erlernbar.

Das Programm "Zusammenhalt im Sport in Baden-Württemberg" will diese demokratischen Prozesse im Sport stärken. Es sorgt dafür, dass Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus keinen Weg in die Sportvereine und -verbände finden. Damit ermöglicht es dem Sport eine deutliche Positionierung pro Demokratie und Teilhabe und stellt sich gegen Diskriminierung und rechte Ideologien.

Zentraler Bestandteil des Programms ist es, die "Trainer/innen für Toleranz und Demokratie im Sport" auszubilden und einzusetzen, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Sie transportieren die Ideen und agieren als Vorbilder im Feld des Vereinssports in Baden-Württemberg.


Ausbildung Trainer/in für Toleranz und Demokratie im Sport

In der Ausbildung „Trainer/in für Toleranz und Demokratie im Sport“ werden die Teilnehmenden darin geschult, demokratische Prozesse in Vereinen anzustoßen und zu begleiten. Ziel ist es, sie in die Lage zu versetzen, kurze Bildungseinheiten mit Vereinen eigenständig umsetzen zu können oder Vereine über eine Beratung zu unterstützen. Dazu werden die Grundlagen der Beratungsarbeit vermittelt und in der Praxis erprobt. Außerdem werden die Teilnehmenden dafür ausgebildet, mit Konflikten umzugehen und bei Fällen von Rechtsextremismus oder Fremdenfeindlichkeit im Vereinsumfeld Handlungsempfehlungen geben zu können.

Das Projekt Zusammenhalt im Sport in Baden-Württemberg wird gefördert durch das Bundesministerium des Innern (BMI) im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“. Dadurch kann die Ausbildung vollkommen kostenfrei angeboten werden.

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  • Beratung von Vereinen
  • Mitgestalten und Durchführen von Informations- und Bildungsveranstaltungen
  • Teilnahme an einer weiteren Fortbildung im Themenbereich nach persönlichem Interesse

Die Vereinsanfragen nimmt der für Sie zuständige Sportbund entgegen. Die Trainer/innen übernehmen dann abhängig von zeitlicher Verfügbarkeit und Wohnort als 2er-Teams die Beratung und Betreuung der jeweiligen Sportvereine. Ihr Aufwand wird angemessen vergütet.

Modul 1: Grundlagen zu den Hauptthemen (16. - 18. März 2018)

Modul 2: Beratungsmethoden in Theorie & Praxis (4. - 6. Mai 2018)

Modul 3: Grundlagen der Bildungsarbeit und Einführung in die Praxis (20. - 22. Juli 2018)

Modul 4: Konfliktmanagement im Sport und Praxisreflexion (16. - 18. November 2018)

Wahlmodul A oder B: 22 - 24. Juni 2018 oder 10. - 12. August 2018

Wenn Demokratie für Sie ein wichtiger Wert ist und Sie sich gerne dafür einsetzen wollen, dass diese gelebt wird und Diskriminierung sowie Rechtsextremismus keinen Platz in unserer Sportwelt finden, dann würden wir uns freuen, wenn Sie sich zu der Ausbildung anmelden. Mit der Ausbildung legen wir den Grundstein, damit Sie aktiv in dem Programm "Zusammenhalt im Sport in Baden-Württemberg" mitarbeiten und Vereine und Verbände bei der Stärkung von Toleranz, Respekt und Fairplay unterstützen können. Auch nach der Ausbildung werden Sie von dem Projektteam betreut und haben die Möglichkeit, sich zu weiteren Themen aus dem Bereich fortbilden zu lassen.

An der Ausbildung können alle Personen teilnehmen, die über 18 Jahre alt und Mitglied in einem Sportverein in Baden-Württemberg sind. Mit der Anmeldung zur Ausbildung ist auch die Bereitschaft verbunden, nach der Ausbildung aktiv in dem Projekt mitzuarbeiten. Der Arbeitsumfang ist dabei vergleichbar mit einer ehrenamtlichen Arbeit in einem Sportverein und wird angemessen vergütet.

Das Anmeldeformular enthält deswegen auch Abfragen zu Ihrer Motivation und Ihrem bisherigen ehrenamtlichen Engagement. Gehen mehr Anmeldungen ein als Plätze vorhanden sind, werden diese nach Eignung der Teilnehmenden basierend auf den Anmeldeformularen vergeben.

Die Ausbildung Trainer für Toleranz und Demokratie im Sport wird voraussichtlich 2019 erneut angeboten. Weitere Informationen dazu erhalten Sie ab Herbst 2018. Eine Anmeldung ist zur Zeit noch nicht möglich.


Beratungsangebot

Das Beratungsangebot umfasst mehrere Varianten der Beratung sowie die Möglichkeit kleinere Bildungsveranstaltungen durchzuführen. Alle Sportvereine und Verbände aus Baden-Württemberg können die Leistungen des Beratungsangebots kostenfrei in Anspruch nehmen. Das Angebot richtet sich an Vereine/Verbände, die eine klare Position gegen demokratiefeindliches Verhalten einnehmen wollen oder solche, die demokratiefeindliches Verhalten in ihrem Vereinsumfeld wahrgenommen haben und darauf angemessen reagieren möchten. Die Umsetzung der Beratung erfolgt durch die ausgebildeten Trainer/innen für Toleranz und Demokratie im Sport.

Demokratiefeindliche Verhaltensweisen: Aussagen oder Handlungen, die bestimmte Personen oder Gruppen abwerten und damit die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe verhindern. Z.B. Rassismus, Sexismus, Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung, Feindseligkeit gegenüber Geflüchteten.

Die Kurzberatung wird als in sich geschlossener Beratungsvorgang verstanden, bei dem ein Verein/Verband zu einem konkreten Anlass bzw. Problem die Beratung in Anspruch nimmt. Zum Ende der Kurzberatung ist dieses Problem gelöst und der Prozess somit abgeschlossen. Die Kurzberatung ist ein niedrigschwelliges Angebot, das nicht mit langfristigen Veränderungsprozessen und Verpflichtungen verbunden ist. Sie kann aber Anstoß sein, um eine größere Entwicklung im Verein/Verband umzusetzen.

Die Prozessberatung unterstützt Vereine über einen längeren Zeitraum, wobei der Umfang der Beratung und Betreuung zu Beginn nicht genau festgelegt ist. Es handelt sich eher um einen zeitlich offenen Prozess, in dessen Kern es immer um Veränderungsprozesse im Verein/Verband geht, die über bestimmte Maßnahmen initiiert und begleitet werden sollen.

Die Berater/innen stehen dem Verein/Verband dabei als Unterstützer/innen zur Seite. Sie helfen dabei, den Handlungsbedarf zu erkennen und zu formulieren. Darauf aufbauend helfen sie bei der Suche und Festlegung der Ziele, die über den Veränderungsprozess erreicht werden sollen. Den Zielen entsprechend werden gemeinsam die Lösungsschritte erbarbeitet. Die Umsetzung der Lösungsschritte obliegt dann dem Verein/Verband mit Begleitung durch die Berater/innen.

Es kann zwei Ausgangspunkte für eine Prozessberatung geben. Im ersten Fall resultiert sie aus einem umfangreicheren Problem innerhalb des Vereins/Verbands, das nicht mit einer Kurzberatung gelöst werden kann. Die zweite Möglichkeit ist ein Weiterentwicklungswunsch des Vereins/Verbands unabhängig von spezifischen Problemlagen. Dabei kann es zum Beispiel um den Abbau von Barrieren für bestimmte Personengruppen oder eine deutlichere Positionierung des Vereins gegen demokratiefeindliche Ideen und Strömungen gehen.


Kurzausbildungen

Innerhalb des Projekts wird die Demokratieförderung als breites, vielfältiges Feld gesehen. In ihm befinden sich verschiedene Themen die i.d.R. nicht alle für jeden Verein/Verband relevant sind. Die Vereine/Verbände legen eigenständige Schwerpunkte oder reagieren auf ganz spezifische Bedarfe. Um dieser Ausgangslage gerecht zu werden, sollen Kurzausbildungen angeboten werden die auf den jeweiligen Bedarf eines Vereins/Verbands zurechtgeschnitten sind. Sie sollen es dem Verein/Verband ermöglichen seine Mitglieder zu einem bestimmten Thema zu sensibilisieren und qualifizieren.


Logo BMI 2018Das Programm "Zusammenhalt im Sport in Baden-Württemberg" wird gefördert durch das Bundesministerium des Inneren im Rahmen des Bundesprogramms "Zusammenhalt durch Teilhabe".

Mehr Informationen zur Förderung finden Sie unter www.zusammenhalt-durch-teilhabe.de und www.bmi.bund.de.

Ansprechpartner

Sport und Gesellschaft
David Scholz
Tel. 0711 / 28077-166
Fax 0711/ 28077-109
E-Mail: david.scholz@wlsb.de
Regina Dietz
Tel. 0711 / 28077-165
Fax 0711/ 28077-109
E-Mail: regina.dietz@wlsb.de
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