2018 WLSB Präsident Andreas FelchleDie Gesichter der etwa 100 Gäste, die zum Ehrenabend der WLSB-Sportstiftung in den SpOrt Stuttgart gekommen waren, verrieten Vorfreude und Anspannung. Vorfreude, weil sie wussten, dass sie auf alle Fälle für ihr Projekt ausgezeichnet werden. Anspannung, weil erstmals neben einem Förderpreis in den jeweiligen Kategorien "Ehrenamtliches Engagement", "Kooperationsmodelle", "Soziale Kompetenz", und "Umwelt und Ressourcen" auch noch jeweils zwei Anerkennungspreise vergeben wurden.

Doch bevor es so weit war nutzte Andreas Felchle als Stiftungsvorsitzender die Begrüßung zu einem großen Dankeschön. Und zu einer kleinen Bestandsaufnahme. "Die Sportvereine sind die Jugendbetreuer der Nation", sagte der WLSB-Präsident, "mehr und mehr werden sie auch zu den Seniorenbetreuern." Kurzum lautete sein Fazit: "Die Sportvereine sind ein wirklich wichtiger gesellschaftlicher Faktor."

2018 Kunst 3Diese Bedeutung stellten im Laufe des Abends auch die Laudatoren unisono in den Mittelpunkt ihrer Lobreden. "Der Verein lebt eine Anerkennungskultur, die auch die gesellschaftlichen Erfolge sichtbar macht", lobte Marcus Wittkamp von der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen. "Die Sportvereine bieten speziell im ländlichen Raum die Chance sich anzudocken, um Kontakt zu bekommen“, sagte die Staatssekretärin des Sozialministeriums Bärbl Mielich. Und Andreas Mayer, Leiter Nachhaltigkeitsmanagement bei Kärcher, hob die pädagogische Bedeutung der Vereine hervor: "Wir haben Projekte gesucht, die an nachhaltiger Bildung für Kinder und Jugendliche arbeiten. Denn es ist wichtig, der nächsten Generation ein Bewusstsein für den Umgang mit Umwelt und Ressourcen zu vermitteln."

Doch neben vielen Reden gab's auch einen beeindruckenden künstlerischen Vortrag des Duos BANDART Productions. Während Katalin Lengyel auf der Bühne tanzte, projizierte Szabolcs Tóth-Zs per Beamer passende Bilder und Begriffe an die Wand. Kunst und Bewegung in perfekter Harmonie.

Die Gewinnerprojekte der Förderpreise:

 

Tauch- und Apnoeclub UniDive TübingenTauch und Apnoeclub Tübingen

Mitarbeiter zu finden, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich für andere einsetzen, ist eine der größten Herausforderungen für alle Sportvereine. Der Tauch- und Apnoeclub UniDive Tübingen hat sich, obwohl erst 2001 gegründet, 2012 daran gemacht, mit seinem Projekt "Ehrenamt 4.0: Von wenigen großen Ämtern mit kleiner Ehre zu vielen kleinen Ämtern mit großer Ehre" neu zu erfinden. Das Projekt umfasst vier Maßnahmen: Verteilung der Ausbildung auf viele Schultern, ein Anreizsystem für ein nicht-gewähltes Ehrenamt zu schaffen, eine virtuelle Geschäftsstelle sowie die Förderung und Anerkennung des Ehrenamtes durch das Vorstandsamt Coach Ehrenamt.

Jeder Zehnte der 185 Vereinsmitglieder ist mittlerweile Übungsleiter oder Tauchlehrer. Auf nur zwei bis drei Einsätze kommen diese bei der Organisation von Tauchkursen, die ein 30-seitiges Kompendium leicht gemacht wird. Um die Mithilfe attraktiv zu gestalten, gibt es ein Arbeitsstunden-Modell. Am Jahresende kann sich jedes Mitglied maximal fünf geleistete Arbeitsstunden mit je zehn Euro auf den Mitgliedsbeitrag vergüten lassen. Der Mitgliedsbeitrag wird über ein EDV-Programm, das die virtuelle Geschäftsstelle ermöglicht, errechnet und eingezogen. Mehrere Mitglieder können extern die Mitgliederliste verwalten, sodass sich der Arbeitsaufwand für den einzelnen in Grenzen hält. Zum Prinzip sagt der Vorsitzende Sven Gemballa: "Wir wollen das Engagement eines jeden Einzelnen wertschätzen und damit dafür sorgen, dass er Freude an der Vereinsarbeit hat." Ein nachahmenswertes Beispiel, für das der Tauch- und Apnoeclub UniDive Tübingen den Hauptpreis von 4.000 Euro erhält.

Die Anerkennungspreise (je 500 Euro) gingen an den Sport-Club Offenburg für sein Projekt "SCO startet Mentoring Programm - Zukunft als Projekt - Junge Generation als Chance" und den VfL Herrenberg ("Etablierung eines Forums für Ehrenamtsentwicklung").

Turnverein Bad WimpfenTV Bad Wimpfen

Seit 2015 bietet der TV Bad Wimpfen Senioren verschiedene Bewegungsangebote an, darunter auch "Sport mit dem Rollator". Die häufig körperlich eingeschränkten Teilnehmer werden mit dem städtischen Bürgerbus zu den Übungsstunden gefahren. Auf der Route liegen die Seniorenpflegeheime, sodass auch deren Bewohner die Möglichkeit haben noch bis ins hohe Alter im Verein sportlich aktiv zu bleiben und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. In den Übungsstunden wird durch gezielte Übungen mit und am Rollator dem Abbau der Muskulatur entgegengewirkt, die Beweglichkeit bewahrt und das Herz-Kreislauf-System gestärkt. Dadurch können Stürze vermieden und ein weiteres selbstbestimmtes Handeln ermöglicht werden. Dass die Teilnehmer nicht nur Spaß an den Übungsstunden haben, sondern auch Selbstbewusstsein entwickeln, zeigen sie regelmäßig bei den verschiedenen Festen in der Stadt. Mit ihren Vorführungen sind sie dort ein fester Bestandteil. Hierführ erhält der Turnverein Bad Wimpfen den Hauptpreis über 4.000 Euro.

Die Anerkennungspreise (je 500 Euro) erhielten der SV Fellbach für seine Kooperation mit dem Haus Kappelberg sowie die Spvgg Besigheim für die Netzwerkarbeit in der "Lokalen Allianz Besigheim".

Tennisclub DettingenTC Dettingen

Im Tennisclub Dettingen bei Horb geht es nicht nur um die sportliche Ausbildung bei Aufschlag und Volley, sondern auch um die Förderung der gesellschaftlichen Beteiligung der Kinder und Jugendlichen. "Jugendbeteiligung fördern und fordern durch Jugendausschuss" heißt das Projekt, bei dem seit 2004 der Nachwuchs mit Unterstützung einiger Coaches eine Jugendkonzeption entwickelt haben. Inhalt ist, dass die Jugendlichen jugend- und gesellschaftspolitisch aktiv sind. Und dies wird auch gelebt. Svenja Engeßer gehörte früher auch einmal dem Jugendausschuss an, seit zwei Jahren ist sie Jugendleiterin. Auf einer Jugend-Hauptversammlung, die immer wieder für Spiele unterbrochen wird, werden neben der Wahl der Mitglieder des Jugendausschusses auch die Jahresprojekte festgelegt. Etwa 100 Jugendliche haben seitdem Führungsverantwortung übernommen. Das Dettinger Projekt hat Nachahmer gefunden. "Wir haben einigen Vereinen unsere Jugendordnung zugeschickt", erzählt Mitinitiatorin Monika Mitzkat, die unter anderem den Hauptpreis über 4.000 Euro entgegennimmt.

Die Anerkennungspreise (je 500 Euro) gingen an den Rugby Club Rottweil für sein Programm mit den zentralen Werten "Solidarität, Disziplin, Respekt und Leidenschaft beim Rugby" und den SSV Esslingen für sein Projekt "Selbst.Bewusst.Wirksam".

Turngemeinde BöckingenTG Böckingen

"Mens sana in corpore sano" - schon den Römern war das Gleichgewicht zwischen Geist und Körper wichtig. Dazu ist nun auch die Balance mit der Umwelt gekommen. Bei der Turngemeinde Böckingen und der Turnschule Heilbronn wird seit einigen Jahren das Programm "Umwelt schonen - Körper belohnen" praktiziert. Trainer, Übungsleiter und Betreuer leben einen Sechs-Punkte-Plan nicht nur vor, sondern versuchen die jungen Sportler und ihre Eltern in ständigem Dialog davon zu begeistern. Punkt eins ist die Müllvermeidung. Plastik und Aludosen werden strikt gemieden, stattdessen sind Glasflaschen, wiederverwendbare Vesperboxen und Stoffbeutel im Einsatz. An Lebensmitteln werden nur biologische Produkte aus der Region eingekauft. Zu Lehrgängen, Trainingslagern und Wettkämpfen fahren die Teilnehmer entweder mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Fahrgemeinschaften. Bei der Wahl der Hotels werden ökologische und biologische Aspekte berücksichtigt. Beim Kauf von Trainings- und Wettkampfkleidung wird auf Qualität geachtet, damit diese später an nachkommende Sportler weitervererbt werden können. Hierführ bekommt die Turngemeinde Böckingen den Hauptpreis über 4.000 Euro.

Die Anerkennungspreise (je 500 Euro) erhielten der Post Südstadt Karlsruhe e. V. für das Projekt "Ein Heim für Bienen - ökologische Vielfalt auf dem Sportplatz" und der TV Hegensberg für sein Programm "Prima-Klima-Typen auf dem Berg".

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