Der Württembergische Landessportbund (WLSB) fordert die Städte und Gemeinden auf, Hallenbäder im Herbst und Winter nicht zu schließen. „Die Ankündigungen einiger Kommunen im Land, ihre Hallenbäder nach den Sommerferien erst gar nicht zu öffnen, dürfen nicht Schule machen. Dadurch sitzen die Schwimmkurse der Sportvereine genauso wie der Schwimmunterricht wieder auf unbestimmte Zeit auf dem Trockenen. So können die Kinder garantiert nicht Schwimmen lernen“, sagt WLSB-Präsident Andreas Felchle.

Bereits Anfang Juli hatte sich der WLSB an die Präsidenten von Landkreis-, Städte- und Gemeindetag Baden-Württemberg gewandt und um Unterstützung für die Sportvereine in der Energiekrise gebeten. In dem Schreiben hatte Felchle auch darauf gedrungen, Sportstätten samt Hallenbädern so lange wie möglich offen zu halten. „Wenn es keinen anderen Weg mehr als die Schließung gibt, dürfen Sportvereine nicht von heute auf morgen vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Zuvor muss man gemeinsam nach Lösungen und Ausweichmöglichkeiten suchen“, erklärt der WLSB-Präsident.

Genau das Gegenteil ist aber inzwischen in einigen Kommunen passiert. Mitte Juli hat die Stadt Albstadt entschieden, ihre Hallenbäder nach den Sommerferien geschlossen zu lassen. Bei der dortigen WLSB-Landessportschule ist seither eine Anfragenflut von Vereinen und Schulen nach freien Zeiten im Sportschul-Lehrschwimmbecken eingegangen. Dabei sind die Kapazitäten des Sportschul-Bades schon größtenteils durch den regulären Lehrgangsbetrieb ausgelastet. Vor kurzem hat etwa auch der Gemeinderat in Öhringen beschlossen, die Türen des Hallenbades ab Mitte September zuzulassen und die Vereine in der Stadt mit der Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt überrascht.

Einen anderen Weg habe man dagegen im Ostalbkreis eingeschlagen, erklärt WLSB-Präsident Felchle. „Die über 40 Bürgermeister und der Landrat des Ostalbkreises haben Ende Juli eine gemeinsame Linie vereinbart: Sparmaßnahmen ja, Hallen- und Bäderschließungen zum jetzigen Zeitpunkt nein. An diesem koordinierten Vorgehen und am Ergebnis sollte man sich ein Beispiel nehmen“, stellt Andreas Felchle fest. Auch in der Landeshauptstadt Stuttgart und in Neckarsulm wolle man Berichten zufolge erst einmal Einsparmaßnahmen umsetzen und die weitere Entwicklung bei der Gasversorgung abwarten. „Was unbedingt vermieden werden sollte, sind vorschnelle Entscheidungen und ein unkoordinierter Flickenteppich“, so Felchle weiter. Solch ein Durcheinander sorge nur für Frust bei den Ehrenamtlichen und schade der Akzeptanz. Das sei in der Zeit der Corona-Einschränkungen sehr deutlich zu spüren gewesen, so Felchle weiter.

Darüber hinaus unterstützt der WLSB-Präsident auch die Position der baden-württembergischen Kultusministerin Theresa Schopper zum Weiterbetrieb von Bädern in der Energiekrise. Schopper hatte vor wenigen Tagen gesagt, dass man bei einer Gasmangellage schauen müsse, „dass wir eine Infrastruktur haben, wo man zum Beispiel Schwimmkurse – etwa auch gebündelt – weiterhin abhalten kann.“

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